"They named a brandy after Napoleon, they made a herring out of Bismarck,and Hitler is going to end up as a piece of cheese."

 

 

IndoGerman Filmweek - 23. bis 29. September 2021

Die 9. Ausgabe der IndoGerman Filmweek wird mit einem Programm von mehr als 20 Filmen vom 23. Bis 29. September als physisches Festival im Babylon stattfinden.

Die neunte IndoGerman Filmweek bringt eine Welt-, sechs Europa-, acht Deutschland- und vier Berlin-Premieren im Berliner Babylon auf die große Leinwand.

Traditionell ist das Babylon in der Rosa-Luxemburg-Str. 30 in Berlin-Mitte auch der Festivalmittelpunkt für das Rahmenprogramm aus Workshops, einer Kunstausstellung und musikalischen Beiträgen.

Als Highlight findet am Samstag, 25. September ein Konzert mit der indischen Sängerin Maithili Thakur statt, die auf Facebook alleine 11 Millionen begeisterte Fans versammelt.


Beherrschendes Thema vieler Filme ist der tägliche Überlebenskampf in einer Gesellschaft, die nicht immer von Gemeinsinn geprägt ist: So machen sich in dem wunderschön fotografierten „Raaghir – The Wayfarers / Die Weggefährten“ drei Protagonisten auf den Weg zur nahe gelegenen Stadt und begeben sich in eine Schicksalsgemeinschaft, um trotz ihrer armen Verhältnisse einander zu helfen. Eine intime Geschichte von Menschlichkeit und Freundlichkeit, die Mut macht, wie man in diesen Krisenzeiten gemeinsam überleben kann.

Drei herausragende Schauspieler des indischen Independent-Kinos kommen zum ersten Mal zusammen, um in dem bewegenden Stück von Autor Prafulla Roy eine Metapher über den Zustand der indischen Gesellschaft auf die Leinwand zu bringen: Regisseur Goutam Ghose lässt die Schauspieler Adil Hussain, Tillotama Shome und Neeraj Kabi zur Höchstleistung aufspielen.

Der Film gewann auf dem UK Asian Filmfestival die Preise für den besten Film und die beste Hauptrolle. Die beiden Altmeister des bengalischen Kinos bringen mit „Raaghir – The Wayfarers“ einen beeindruckenden Film auf die große Leinwand.

Der assamesisch-sprachige Film Bridge wurde im Februar 2021 auf dem Internationalen Filmfestival of India in Goa mit dem „Special Mention“-Award ausgezeichnet und handelt vom Leben mit einem großen Fluss, der aus den Bergen des Himalaya gespeist wird und der einerseits Leben spendet, andererseits aber Leben durch Überflutungen nimmt.

Regisseur Kripal Kalita ist die alljährliche Tragödie, das „Baan“ auf Assamesisch, nicht fremd. „An einem Tag haben Sie Ihr Zuhause, Ihre
Familie, Ihre Tiere, Ihr Land – und am nächsten Tag vielleicht nichts“, sagt er. In der Erarbeitung seiner 17jährigen weiblichen Hauptfigur Jonaki (brilliant gespielt von Shiva Rani Kalita) orientierte er sich an wahren Begebenheiten. Da ihr Vater vom Wasser mitgerissen wurde – so die fiktionale Geschichte – und ihre Mutter krank wird, fällt die Last der Fürsorge für ihren kleinen Bruder Jonaki zu.

Im „Indian Express“ sagt Regisseur Kalita dazu: „Mit 17 baut sie ein Haus, pflügt die Felder, kümmert sich um den Bruder und ihre kranke Mutter. In vielerlei Hinsicht könnte ihre Geschichte die Geschichte vieler junger Mädchen in Assam sein.“ Trotzdem verliert Jonaki nie ihre Hoffnung auf ein besseres Leben, auch als sich ein Reporter in sie verliebt.

Ein Reporter aus der Großstadt, der fasziniert vom Überlebenswillen und Kampf der 17Jährigen einen Beitrag über sie erstellt, der eine großes positives Echo in den Medien findet.

In Where is Pinki führt uns der preisgekrönte Regisseur Prithvi Konanur in einen typischen Mittelklasse-Haushalt nach Bangalore und in die Slums der aufstrebenden Millionenstadt. „Wo ist Pinki“ ist ein Urban Social Thriller, der sich bemüht verschiedene Werte der heutigen indischen Gesellschaft wie Klasse, Glaube und Eheschließung in einer fiktionalen Geschichte auf die Probe zu stellen.
Bindu und Girish sind ein scheinbar typisches Mittelklasse-Arbeitspaar in einem urbanen indischen Umfeld. Bindu hat sich nach vielen Unstimmigkeiten von ihrem Ehemann getrennt und lebt nun mit ihrem Freund zusammen. Um ihrer Angestelltentätigkeit nachgehen zu können, überlässt die geschiedene Bindu ihr 8 Monate altes Baby Pinki einer Nanny. Diese wiederum verdient sich etwas Geld hinzu, in dem sie das Baby einer Bettlerin für ihre Bettelgänge überlässt. Die Bettlerin ist Alkoholikerin und lässt das Baby kurz unbeobachtet. Als sie zurückkehrt ist das Baby verschwunden und die Suche der Protagonisten nach Pinki beginnt…


Regisseur Konanur gewann mit seiner menschlichen Geschichte, die sich kreuz und quer durch das Leben von 7 Menschen in der Großstadt Bangalore zieht, die Preise für das beste Drehbuch und die beste Hauptdarstellerin beim New York Indien Filmfestival 2021. Um die Darbietungen in den Slums und der Mittelklasse-Gesellschaft realistischer erscheinen zu lassen besetzte Regisseur Konanur viele nicht-professionelle Darsteller*innen mit Ausnahme von Akshatha Pandavapura (als Bindu) und Deepak Subramanya (als Manjunath). Der Regisseur organisierte etliche Castings in den Slums von Bangalore, um dann diejenigen zu besetzen, die er für die Dreharbeiten begeistern konnte und die in seinem Film zum ersten Mal vor der Kamera brillieren.


In weiteren Filmen gibt es ein Wiedersehen mit Filmfestgästen, wie z.B. mit Sonal Sehgal, die zum ersten Mal in dem Thriller Manny auch hinter der Kamera als Regisseurin überzeugt.

Aus Kerala zeigt die IndoGerman Filmweek in der Malayalam Sprache u.a. die Filme Halal Love Story, The Great Indian Kitchen und Joyful Mystery: Santhoshathinte Onnam Rahasyam Und sehr stark sind dieses Jahr auch die Beiträge aus dem bengalischen Sprachraum wie Fire of teak Flame of chinar, der sich in einer fiktionalen Liebesgeschichte mit Immigranten in Indien, wie den Rohinda auseinandersetzt, in Dictionary, in dem die Hauptfiguren damit kämpfen, dass ihr „Sein“ oftmals mehr „Schein“ als „Sein“ ist oder Avijatrik (The Wanderlust of Apu), eine Hommage an die Apu-Trilogie von Satyajit Ray, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Der bemerkenswerte Film von Gauran Jalan hat zahlreiche Preise auf internationalen Festivals von Seattle über Montreal bis Rom und Istanbul gewonnen.


Bemerkenswert sind auch die hervorragenden Dokumentationen im Wettbewerb des Festivals wie:
Writing with Fire von Rintu Thomas und Sushmit Ghosh (die persönlich den Film in Berlin präsentieren), Ahimsa Gandhi – The Power of the Powerless über die weltweite Bewegung einer Gesellschaftsveränderung durch friedlichen Protest, die Mahatma Gandhi ausgelöst hat und Women of my Billion (WOMB), der die junge Inderin Srishtis auf ihrem 3800km langen Fußmarsch durch Indien begleitet, die auf diese Weise ihren Einsatz für die Rechte der Frauen in Indien demonstriert.

Wir freuen uns auf Rintu Thomas und Sushmit Ghosh, die nach Berlin kommen und ihren Film „Writing with Fire“ präsentieren. Der Film porträtiert Frauen, die der „Unberührbaren-Kaste“ der Dalits angehören und „Khabar Lahariya“ betreiben, Indiens einziges rein weibliches Nachrichtennetzwerk.

Insgesamt stehen wieder mehr als 20 Spiel- und Dokumentarfilme auf dem Programm der IndoGerman Filmweek. Es wird Auszeichnungen für den besten Dokumentarfilm, den besten Spielfilm und einen Publikumspreis geben. Einen großen Teil des Programms gibt es auch online unter www.New2App.com mit einem auf Deutschland beschränkten Angebot.

Programm in Kürze!

Länge: 75 min.

Do 23.09.2119:30 IndoGerman Filmweek: Eröffnungs-Gala mit Maithili Thakur Live und Karthak-Tanz by Anjani Parikh,

Eröffnungsfilm: Raaghir – The Wayfarers, Ind 2021, R.: Gautam Ghose mit Adil Hussain, Tillotama Shome and Neeraj Kabi, 75, OmeU (Hindi)

Länge: 90 min.

IndoGerman Filmweek: Maithili Thakur Live in Concert, zur Einstimmung: The Voice of Germany Kids - Teilnehmerin Aanvi Gupta mit einigen populären Hindi-Filmsongs (SCROLL DOWN FOR ENGLISH)

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