"They named a brandy after Napoleon, they made a herring out of Bismarck,and Hitler is going to end up as a piece of cheese."

 

 

D 2020, R: Tanja Cummings, FSK 12 Jahre, 96 Min, Deutsch, Polnisch, Hebräisch, Jiddisch mit deutschen Untertiteln
9. November: In Anwesenheit der Regisseurin, des Filmteams und von Protagonisten. Moderation Knut Elstermann (Förderung Stiftung EVZ).   EINTRITT FREI - Eine Ticketreservierung ist erforderlich.

Für alle anderen Tage (14.+15.+16. Nov): In Anwesenheit der Regisseurin

Im Münchner Café Zelig treffen sich jede Woche letzte, aus allen Teilen Europas stammende, meist hochbetagte Holocaust-Überlebende und auch Kinder von ihnen zum gemeinsamen Miteinander. Viele tragen eine traurige, dramatische, oft traumatische Familiengeschichte in sich. Doch das Café Zelig ist kein bedrückender Ort, er ist lebendig und oft von Freude und Fröhlichkeit geprägt. Das Wort „Zelig“ geht auf das jiddische Wort für „gesegnet“ zurück, spielt aber auch auf Gefühle von Heimat, Zugehörigkeit und Leichtigkeit an. Im Café Zelig wird viel gelacht, gefeiert, politisch gestritten und auch getrauert. Man ahnt, wie schwer es für sie war, wieder ins Leben zu finden – in Deutschland, im Land der Täter, in dem sie dennoch Wurzeln schlugen. Wir begegnen ihnen auch in ihrem privaten Umfeld und begleiten einige auf eine Reise in die Vergangenheit, an ihre Geburtsorte in Polen. Es ist dies eine Reise voller schmerzhafter, von Verlusten und Gewalt gezeichneter Erinnerungen. Doch mitnichten ist diese Dokumentation ein „schwerer Film“, wofür vor allem die Portraitierten selbst sorgen mit ihrer Lebenskraft, ihrem Humor und ihrer Schlagfertigkeit.

„Das ist für mich uninteressant. Völlig uninteressant. Warum sitz‘ ich hier? Ich kann nicht. Ich war in sechs Lagern… – ich hab genug!“ Salo Wolf verlässt den Saal. Man spürt seine Zerrissenheit. Viele der Shoah-Überlebenden wollen und können nicht sprechen. Zu groß war das Leid. Aber jetzt, im Alter, nimmt die Vergangenheit einen immer größeren Raum ein. Austausch ist von großer Bedeutung und das Café „Zelig“ in München schafft dafür einen geschützten Raum. Die Filmemacherin Tanja Cummings besuchte diesen Ort über zwei Jahre. Entstanden ist ein Film, in dem das Café zum Knotenpunkt verschiedener Leben und Augenblicke wird. Es sind poetische Augenblicke, die auf etwas Großes verweisen und nie ganz auserzählt werden.“ (Ina Borrmann)

„Dieser Film bleibt haften, gerade weil er wie ein „stiller Beobachter“ diesen alten Menschen und ihren Leben so viel Raum gibt und er ist ein Beleg für die besondere Kraft von Zeitzeugenschaft.“ (Jüdisches Museum München)

 

Trailer:

 

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